Rauchverbot Oktoberfest 2013

Rauchverbot am Münchner Oktoberfest

Das strikte Rauchverbot für Gaststätten sowie Bier- bzw. Festzelte gilt auch am Oktoberfest 2013. Ob die Wirte wirklich freiwillig beschlossen haben, das Rauchverbot dieses Jahr schon durchzusetzen, oder ob es doch auferlegt war, wird wohl nicht mehr offiziell geklärt werden. Fest steht: Im Oktoberfest Zelt darf auch dieses Jahr schon nicht mehr gequalmt werden.

Die Hintergründe:

Der Ausgang der Volksbefragung in Bayern zum Thema Rauchen war für viele eine Überraschung. Das strikte Rauchverbot in allen Gaststätten, inkl. Bier- und Festzelte, wurde durchgesetzt. Spätestens mit dem Näherrücken des Oktoberfests 2010 wird tatsächlich auch dem letzten Bayern (und allen Zureisenden) klar, was für gravierende Einschränkungen, aber auch Möglichkeiten das Rauchverbot für dieses Fest haben wird. Für manche ist der Gedanke an eine rauchfreie Atmosphäre Grund, zum ersten Mal seit Jahren wieder auf die Wiesn zu gehen – so wollen es jedenfalls die mannigfaltigen Umfragen ergeben haben, die bayerische Blätter wie die Süddeutsche Zeitung und die Münchner Abendzeitung inzwischen fast wöchentlich veröffentlichen. Abhalten hingegen wird das Rauchverbot wohl niemand vom Besuch des Oktoberfests – mit welchen Konsequenzen aber haben Verstöße zu rechnen?

Gerade die Münchner Abendzeitung hat seit Beginn des Rauchverbots immer wieder mit dem Versprechen juristischer Schlupflöcher in ihren Schlagzeilen geworben. Dieser Hoffnung zumindest hat dann im Juli 2010 eine offizielle Stellungnahme des Kreisverwaltungsreferats der Landeshauptstadt München ein recht radikales Ende bereitet. Hartnäckig hatte sich nämlich das Gerücht gehalten, das Rauchverbot werde zwar auch unter Strafandrohung und Razzien ab dem 1. August durchgesetzt, aber für das Oktoberfest werde noch eine großzügige Ausnahme gemacht. Das dies nur eine sehr optimistische, aber völlig unbegründete Annahme war, stellt das Kreisverwaltungsreferat in seiner Pressemeldung klar: Die Natur des nun geltenden Rauchverbotes liegt gerade darin, dass es absolut ist, und deshalb natürlich auch für das Oktoberfest gilt – und zwar ohne jede Einschränkungen. Dies war, beeilt man sich dann noch an offizieller Stelle hinzuzufügen, auch nie anders gedacht. Eine Ausnahmeregelung habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Doch es wird noch verschwörungstheoretischer. Tatsächlich gab es in München seit einigen Wochen eine urbane Legende, die Festwirte der Wiesn hätten sich zusammengetan und einen Geheimplan ausgeheckt, um gegen Raucher in den Zelten vorzugehen. Diese leicht mafiös anmutende Idee ist aber wiederum eine Ente: Es war lediglich so, dass die Wirte sich vorab geeinigt hatten, das Rauchen in den Zelten in keinem Fall mehr zuzulassen, auch wenn die Durchsetzung des Rauchverbotes auf der Wiesn erst für 2011 virulent geworden wäre. Besorgt waren da nur die Bedienungen: Sie nämlich hätten das Rauchverbot am Oktoberfest den womöglich alkoholisierten Gästen nahe bringen müssen, was sicherlich ein sehr undankbarer Job geworden wäre. Dies wird nun nicht mehr notwendig sein, wie auch die Pressemitteilung betont, die noch hinzu fügt, dass von einem Geheimplan zu sprechen, einfach „nicht nachvollziehbar“ sei.

Konsequenzen?

Allerdings muss ergänzt werden: Verstoßen einzelne Raucher trotz der durch die Wiesn-Wirte zu ergreifenden Maßnahmen gegen das Rauchverbot am Oktoberfest, wird gegen sie individuell nicht vorgegangen werden – es erfolgen keine „Sanktionen“, wie die Amtssprache sich ausdrückt, und erläutert gleich, wie diese Paradoxie begründbar ist: „Dies erlaubt das im Ordnungswidrigkeitenrecht geltende Opportunitätsprinzip.“ Offensichtlich eine Herangehensweise, die im Februar 2010 vom Stadtrat beschlossen wurde und die bedeutet, dass Raucher, die im Festzelt qualmen, 2010 noch kein Bußgeld bezahlen müssen. 2011 jedoch ist es mit dieser relativen Kulanz vorbei: Sollte es nämlich zu grundsätzlichen und gehäuften Verstößen kommen, werden die Wirte ihre Zelte bis zum kommenden Jahr komplett umbauen müssen. Die schlussendlichen Konsequenzen nämlich tragen die Gastronomen, nicht ihre rauchenden Gäste. Ob diese Tatsache zur Selbstdisziplin auffordert?

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